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Max Weber-Gesamtausgabe (MWG)

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Konferenzen

Internationale Konferenz in London, 8. bis 10. September, über „Max Weber’s Hinduism and Buddhism: Reflections on a Sociological Classic 100 Years On“

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Schlagzeilen

+++ The Magic of Donald Trump +++

Unter diesem Titel bespricht Mark Danner in der Mai-Ausgabe von “The New York Review of Books” Trumps Manifest “Crippled America: How to Make America Great Again”. Eigentlich geht es ihm aber darum, das Erfolgsrezept der Personenmarke Donald J. Trump zu entschlüsseln. Wie schafft es der ungehobelte, politisch inkorrekte Statements abgebende Präsidentschaftskandidat 24 Millionen Amerikaner vor die Fernsehbildschirme zu locken und als einziger Gegenkandidat Hillary Clintons in die Wahlen zu ziehen? Danner erklärt es auch mit Max Webers „Charisma“-Begriff von den exzeptionellen Kräften und Qualitäten einer Person, die dazu führen, dass ihr Menschen blind folgen - im Falle Trumps bereits zu Beginn einer von drei republikanischen primary voters. Trump verbreite in seiner narzisstischen Faszination das Gefühl, er könne alle Probleme, auch die politischen, lösen, wobei sich in diese „monomania“ autokratische Ansprüche und neo-faschistische Züge mischen. Aber wie Weber schon schrieb, ist „Charisma“ eine Kategorie der „wertfreien Soziologie“, die uns helfen soll, eine Herrschaftsbeziehung zu analysieren, unabhängig von den  moralischen Qualitäten des Charismaträgers.

Neues aus der Max Weber-Gesamtausgabe

  • Frisch erschienen: MWG I/18: „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus. Schriften 1904–1920“, herausgegeben von Wolfgang Schluchter in Zusammenarbeit mit Ursula Bube. Tübingen: J.C.B. Mohr Paul Siebeck 2016, XVII, 763 Seiten.
    Im Oktober 1919 kündigte Max Weber in den „Neuigkeiten“ des Verlags J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) an, er wolle vier Bände gesammelter Aufsätze zur Religionssoziologie veröffentlichen, wovon zwei bereits im Druck seien. An die Spitze von Band I dieser Sammlung werde er zwei ältere Aufsätze stellen, die er durch beträchtliche Einschiebungen ergänzt und mit weiteren Belegen bereichert habe. Dies betraf „Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus“ von 1904/05 und die Skizze „‚Kirchen‘ und ‚Sekten‘ in Nordamerika“ von 1906 (in MWG I/9 ediert).
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  • Im Druck: MWG I/12 „Verstehende Soziologie und Werturteilsfreiheit. Schriften und Reden 1908–1917”, herausgegeben von Johannes Weiß in Zusammenarbeit mit Sabine Frommer. Erscheint 2017, ca. 680 Seiten.
    Die im vorliegenden Band zusammengestellten Texte dokumentieren und erhellen den Denkweg, auf dem sich Weber, vergleichsweise spät, der Soziologie zuwandte. Er wollte die Stellung und Aufgabe dieser – gerade in Deutschland sehr umstrittenen – neuen Wissenschaft im Zusammenhang der Kultur- und Sozialwissenschaften und im Bezugsrahmen seiner eigenen Forschungen klären, ihre eigentümliche Erklärungsweise methodologisch und begrifflich-theoretisch fundieren sowie ihr Erklärungspotential in groß angelegten historisch und kulturell vergleichenden Untersuchungen beweisen. Der Band versammelt Schriften, Reden und Diskussionsbeiträge zu methodologischen und theoretischen Problemen, die in diesem Rahmen zwischen 1908 und 1917 entstanden und mit wenigen Ausnahmen auch veröffentlicht wurden. Dem Verständnis der Texte dienen die ihnen beigefügten Erläuterungen, editorische Berichte beschreiben ihren Entstehungskontext und ihre Überlieferung und die Einleitung behandelt die übergreifenden thematischen und systematischen Zusammenhänge. Zu den insgesamt 19 Texten gehören die höchst einflussreichen und heute als klassisch geltenden Abhandlungen Über einige Kategorien der verstehenden Soziologie und Der Sinn der »Wertfreiheit« der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften , außerdem, früher veröffentlicht und wirkungsgeschichtlich weniger bedeutsam, Die Grenznutzlehre und das »psychophysische Grundgesetz" und "Energetische« Kulturtheorien. Wilhelm Ostwald: Energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft (1909). Hervorzuheben sind daneben die dem Werturteils-Aufsatz voraus und zugrunde liegenden Äußerungen zur Werturteildiskussion im Ausschuss des Vereins für Sozialpolitik , das Fragment Georg Simmel als Soziologe und Theoretiker der Geldwirtschaft sowie die ausführliche Besprechung Adolf Weber: Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft . Bei den übrigen Texten handelt es sich fast ausschließlich um Diskussionsbeiträge Webers, in der Hauptsache zu Vorträgen auf den Soziologentagen 1910 und 1912 sowie im Verein für Sozialpolitik. Weber äußert sich darin nicht nur zu der jeweils verhandelten Sache, sondern durchgehend auch zu grundlegenden methodologischen und theoretischen Problemen kultur- und sozialwissenschaftlicher Erkenntnis.
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  • MWG I/13 „Hochschulwesen und Wissenschaftspolitik. Schriften und Reden 1895-1920“, herausgegeben von M. Rainer Lepsius und Wolfgang Schluchter in Zusammenarbeit mit Heide-Marie Lauterer und Anne Munding. Erscheint 2016.
    Der Band enthält über 100 Äußerungen Max Webers zum Hochschulwesen und zur Wissenschaftspolitik. Er dokumentiert seine Tätigkeit als Hochschullehrer in Freiburg, Heidelberg und später in Wien und München und seine Mitwirkung im Verein für Sozialpolitik, bei der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie sowie seine Reden auf den Deutschen Hochschullehrertagen.
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  • MWG II/1 „Briefe 1875-1886”, herausgegeben von Gangolf Hübinger, in Zusammenarbeit mit Thomas Gerhards und Uta Hinz. Erscheint 2017.
  • MWG II/2 „Briefe 1887-1894”, herausgegeben von Rita Aldenhoff-Hübinger in Zusammenarbeit mit Thomas Gerhards und Sybille Oßwald-Bargende. Erscheint 2016/17.
    Der Band dokumentiert die Lebensphase Max Webers nach der Beendigung des Ersten Juristischen Staatsexamens bis zum Wechsel als Nationalökonom an die Universität Freiburg i. Br. Die über 200 Briefe zeigen ihn in Auseinandersetzung mit zentralen politischen Problemen des Kaiserreichs, mit dem Liberalismus älterer Prägung und dem sozialen Protestantismus. Die Briefe an seine Braut und spätere Frau bezeugen den Beginn ihrer lebenslang so emotionalen wie intellektuellen Beziehung. Einleitung, Editorische Vorbemerkungen, Kommentare, Verzeichnisse und Register erschließen den Band.
  • MWG III/3 „Finanzwissenschaft. Vorlesungen 1894–1897”, herausgegeben von Martin Heilmann in Zusammenarbeit mit Cornelia Meyer-Stoll. Erscheint 2016/17.Die Finanzwissenschaft bildete neben Theoretischer und Praktischer Nationalökonomie die dritte Säule des im 19. Jahrhundert gültigen Lehrkanons der Volkswirtschaftslehre. Mit seiner Berufung nach Freiburg war Max Weber auch verpflichtet, eine Vorlesung über „Finanzwissenschaft“ zu halten. Dies tat er 1894/95 und 1896/97. Mit dem vorliegenden Band kann die wissenschaftliche Öffentlichkeit erstmals anhand der handschriftlichen Notizen, die Weber nur als Gedächtnisstütze für den freien Vortrag niederschrieb, nachvollziehen, in welcher Weise und mit welchen Schwerpunkten er seine Lehraufgabe auf diesem ihm fremden Gebiet meisterte. Die Editoren versuchen, den intendierten Gedankengang des Autors zu rekonstruieren und herauszufinden, an welchen Stellen er den bekannten Lehrstoff lediglich rezipierte und wo bereits eigene, auf die spätere Herrschaftssoziologie und Sozialökonomik hindeutende Gedanken aufleuchten.

Neuerscheinungen aus dem Projektumfeld

M. Rainer Lepsius, Max Weber und seine Kreise. Essays. Tübingen: Mohr Siebeck 2016.
Dieser handliche Band ist eine postume Hommage an den Weber-Denker und langjährigen Herausgeber der Max Weber-Gesamtausgabe M. Rainer Lepsius. Die kurzen, zumeist noch nicht veröffentlichten Texte von Lepsius zeigen, dass Max Weber wissenschaftlich und politisch anschlussfähig ist (Stichworte: „Institutionenanalyse und Institutionenpolitik“). Die persönlichen Netzwerke und Beziehungen beschreibt Lepsius sprachlich sehr sensibel und stellt sie analytisch unter die Begriffe „Kulturliberalismus, Kulturprotestantismus und Kulturfeminismus“. Die von Oliver Lepsius und Wolfgang Schluchter ausgewählten Texte sind Zeugnisse einer lebenslangen intensiven und souveränen Weber-Auseinandersetzung.

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Ein Max Weber-Heft ist in der bulgarischen Zeitschrift “Soziologische Probleme“ (Doppelheft 3-4, 2015) Anfang 2016 erschienen. Johannes Weiß und Kolyo Koev präsentieren in diesem Heft die Beiträge einer internationalen Weber-Konferenz, die im Juli 2014 in Erfurt stattfand. Neueste Ergebnisse der weltweiten Weber-Forschung werden durch die Übersetzung dem bulgarischen Fachpublikum zugänglich gemacht.

Max Weber en Iberoamérica. Nuevas interpretaciones, estudios empíricos y reception, ed. de Álvaro Morcillo Laiz y Eduardo Weisz. México: Centro de Investigación y Docencia Económicas, Fondo de Cultura Económica 2016.

In Mexiko ist der erweiterte Konferenzband „Max Weber en Iberoamérica“ erschienen. Wie der Untertitel angibt, verfolgt dieser von Álvaro Morcillo Laiz (Mexico) und Eduardo Weisz (Buenos Aires) herausgegebene Band drei Ziele: Er gibt einen repräsentativen Querschnitt über Webers Werk und seine Interpretation in Spanisch (mehrheitlich als Übersetzungen englischer oder deutscher Originalbeiträge), er bietet zugleich einen Überblick über Rezeption und  Anwendung Weberscher Fragestellungen in Mittel- und Südamerika. Die Beiträge vermessen nicht nur die iberoamerikanische Weber-Forschung, sondern wollen der spanisch-sprachigen  Weber-Auslegung neue Impulse für das 21. Jahrhundert geben.

M. Rainer Lepsius,
Soziale Schichtung in der industriellen Gesellschaft.
Mit einem Geleitwort von Oliver Lepsius und einer Einführung von Wolfgang Schluchter. –
Tübingen: Mohr Siebeck 2015.

Es handelt sich um eine postume Ausgabe der bislang nicht veröffentlichten Habilitationsschrift von M. Rainer Lepsius.

Zur Verlagsbeschreibung

Geschichte intellektuell. Theoriegeschichtliche Perspektiven,
hg. von Friedrich Wilhelm Graf, Edith Hanke, Barbara Picht.
Tübingen: Mohr Siebeck 2015

„Geschichte intellektuell” reflektiert Geschichte in ihrer Relevanz für unsere Gegenwart und das politische Handeln heute. 28 Autorinnen und Autoren der Geschichts-, Sozial- und Kulturwissenschaften denken über Grundfragen ihrer Disziplinen nach in einem offenen Dialog zu benachbarten Fächern und Kulturen. Gemeinsam ist allen Beiträgen der Bezug auf Gangolf Hübinger und sein Verständnis von Geschichtswissenschaft als intellektuellem Beruf.

Zur Verlagsbeschreibung

Max Weber und M. Rainer Lepsius (Sonderheft), in: Berliner Journal für Soziologie, Bd. 24, Heft 4, 2014